Vegane Back- und Kochwelt

Schlagwort: Gemüse

Vollwertiger veganer Flammkuchen

Es ist zwar Juni und damit Sommer, die Temperaturen haben sich aber diese Woche eher herbstlich angefühlt. Deshalb habe ich einen Flammkuchen gemacht. Im Sommer vermeide ich es sonst nämlich, den Backofen anzuwerfen, wenn es nicht sein muss (Dachgeschosswohnung, yay…).
Obwohl Flammkuchen eher was für den Herbst ist, schmeckt er mit Sommergemüse (also Zucchini, Paprika etc.) super! Diese Variante ist natürlich kein „original“ Flammkuchen, sondern eine abgewandelte, vollwertige (und natürlich vegane) Form. Für den Teig habe ich Vollkornmehl benutzt, die Creme habe ich, wie so oft, aus Sonnenblumen gemacht, und dann viel Gemüse obendrauf gepackt. Der Flammkuchen kommt also komplett ohne Fertigprodukte aus. Wer nicht so viel Zeit oder Lust hat, kann natürlich auch gekauften veganen Sauerrahm o.ä. nehmen. Auch Weißmehl geht, wenn man keine Lust auf Vollkornmehl hat.

Der Flammkuchen schmeckt frisch aus dem Ofen natürlich am besten, aber kalt ist er ebenso lecker und daher gut geeignet als Mittagessen im Büro oder unterwegs. Dazu passt ein grüner Salat oder Karottensalat sehr gut.
Das Gemüse kann beliebig variiert werden, Spinat, Aubergine oder Brokkoli schmecken auf dem Flammkuchen auch lecker. Der Räuchertofu gibt dem ganzen eine würzig-rauchige Note. Und ich war tatsächlich überrascht, wie sehr mich das an Speck erinnert hat… Auch hier kann aber improvisiert und der Räuchertofu weggelassen werden. Ihr seht also, das Rezept ist einfach, wandelbar, dazu noch gesund und lecker. Besser geht’s nicht, oder?

Zutaten (reicht für ein Blech):

Für den Teig

  • 350 g Vollkornmehl (Weizen oder Dinkel)
  • 2 Prisen Salz
  • 3 EL Olivenöl
  • 190 ml warmes Wasser

Für die Sonnenblumencreme:

  • 170 g Sonnenblumenkerne
  • 300 ml Wasser
  • 1 TL Salz
  • 1 Messerspitze Muskat
  • 3 EL Schnittlauch, gehackt
  • 1,5 EL Hefeflocken
  • Pfeffer, reichlich
  • 1 EL Olivenöl

Belag:

  • ½ größere Zucchini
  • ½ Paprika (Farbe egal)
  • 175 g Champignons
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • 140 g Räuchertofu (ich empfehle den von Taifun bzw. Tukan)

Zubereitung:

Als erstes die Sonnenblumenkerne in einem hohen Messbecher mit 300 ml Wasser einweichen und zum Enweichen beiseite stellen (wer keinen guten Pürierstab hat, lässt die Sonnenblumenkerne am besten ca. 4 Stunden einweichen).

Alle Zutaten für den Teig in eine Schüssel geben und einige Minuten zu einem weichen Teig verkneten. Sollte der Teig zu trocken bzw. zu nass sein, etwas mehr Wasser bzw. Mehl dazugeben, bis er nicht mehr an den Händen klebt. Den Teig nun erst mal beiseite stellen.

Für den Belag die Zwiebel und Zucchini jeweils halbieren und in Scheiben schneiden, die Paprika würfeln und die Pilze in Scheiben schneiden. Den Tofu ebenfalls würfeln.

Die eingeweichten Sonnenblumenkerne mit dem Wasser zu einer möglichst glatten Creme pürieren. Alle Gewürze sowie Olivenöl hinzugeben und unterrühren.Mittlerweile den Backofen auf 220°C vorheizen. Den Teig auf die Größe des Backblechs mithilfe eines Nudelholzes ausrollen und auf das mit Backpapier ausgelegte Backblech legen. Die Sonnenblumencreme darauf verstreichen. Nun das Gemüse möglichst gleichmäßig auf der Creme verteilen, ggf. noch etwas Salz und Pfeffer darüber streuen und den Tofu zum Schluss darübergeben.

Im vorgeheizten Ofen (s.o.) auf mittlerer Schiene bei Ober- und Unterhitze ca. 30 Minuten backen (ggf. anpassen, wem der Flammkuchen dann noch nicht braun genug ist).

Aus dem Ofen holen, anschneiden und genießen – guten Appetit 😊

Linsen-Gemüse-Braten

Weihnachten ist ein Fest der Tradition und in vielen Familien gibt es alljährlich ein klassisches Festtagsmenü. Traditionen können aber gebrochen werden, wieso also nicht mal etwas anderes ausprobieren? 😊 Wie wäre es z.B. mit einem leckeren Linsenbraten anstatt der Weihnachtsgans? Dieser vegane Weihnachtsbraten kann sich wirklich sehen und auch schmecken lassen: Er hat den Geschmackstest durch die (überwiegend nicht vegetarisch oder vegan lebende) Familie bestanden. Die Champignons, aber auch Tomatenmark und Hefeflocken verleihen einen wunderbar kräftigen Umami-Geschmack. Zudem ist der Braten eine wahre Protein-Bombe und enthält durch die Walnüsse und Leinsamen auch Omega-3-Fettsäuren. Hier kann also mit gutem Gewissen geschlemmt werden.

Hierzu passt herrlich eine Pilzsoße, wir hatten außerdem noch Bohnen, Kartoffelbrei und Feldsalat dazu.
Der Braten an sich kommt ohne Gluten aus und kann, sofern entsprechender Blätterteig benutzt wird, auch glutenfrei zubereitet werden.

Der Braten ist für eine Kastenform mit ca. den Maßen 11 x 22 cm ausgelegt. Falls ihr nur längere Kastenformen zur Hand habt, könnt ihr als Begrenzung in eine Ecke der Form eine kleine Tasse o.ä. stellen. So wird der Braten dann nicht zu lang für die Blätterteigrolle.

Zutaten:

  • 300 g Champagnerlinsen (optional: Berglinsen)
  • 30 g Leinsamen, geschrotet
  • 1 große Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 250 g Champignons
  • Großzügiger Schuss Balsamicoessig
  • 100 g Karotten
  • 60 g Walnusskerne, gehackt
  • 40 g Sonnenblumenkerne, gehackt
  • 100 g Haferflocken
  • 50 g Kichererbsenmehl
  • 30 ml Raps- oder Olivenöl
  • 2 gehäufte TL Senf
  • ¼ Tube Tomatenmark
  • 5 EL Sojasoße
  • 3 TL geräuchertes Paprikapulver
  • 3 TL Paprikapulver, edelsüß
  • 4 EL Hefeflocken
  • 2 EL Brühpulver
  • 2 TL Kräuter der Provence
  • Pfeffer nach Geschmack
  • 1 Rolle Blätterteig, ggf. glutenfrei
  • 1 EL Pflanzenmilch
  • 1 EL Raps- oder Olivenöl

Zubereitung:

Zuerst die Linsen in ca. 800 ml ungesalzenem Wasser gar kochen, das dauert etwa 40 Minuten (ggf. Kochzeit anpassen). In der Zwischenzeit die geschroteten Leinsamen in einer kleinen Tasse mit 6 EL Wasser verrühren und quellen lassen. Nun die Zwiebel und Knoblauchzehen klein hacken, die Champignons würfeln und alles zusammen in einer Pfanne mit etwas Olivenöl 5-7 Minuten anbraten. Dann mit dem Balsamicoessig ablöschen und nochmal ca. 1 Minute weiterbraten und anschließend in eine große Schüssel geben. Die gehackten Sonnenblumen- und Walnusskerne in eine unbeschichtete Pfanne geben und unter Rühren anrösten. Hierbei bitte aufpassen, dass nichts anbrennt, sonst wird das Ganze bitter. Die gerösteten Kerne zur Schüssel mit den Champigons, Zwiebeln und Knoblauch dazugeben.
Die Haferflocken mit dem Mixer oder Pürierstab vermahlen, die Karotten fein raspeln und ebenfalls in die Schüssel geben. Nun kommen die restlichen Zutaten und Gewürze hinzu: Kichererbsenmehl, Öl, Senf, Tomatenmark, Sojasoße, Paprikapulver (geräuchert und edelsüß), Hefeflocken, Brühpulver, Kräuter der Provence und nach Belieben Pfeffer ebenfalls in die Schüssel geben.

Die gar gekochten Linsen mit dem Pürierstab nicht ganz glatt pürieren, d.h. kleine Stückchen  sind erlaubt und erwünscht 😉 Die Linsen nach Abkühlen zu all den anderen Zutaten in die Schüssel geben und ordentlich durchrühren oder, das geht einfacher, mit den Händen durchkneten. Hierbei probieren und ggf. mit Salz und Pfeffer nachwürzen.

Die Masse nun in eine mit Backpapier ausgelegte Kastenform geben und mit einem nassen Löffel glattstreichen. Den Braten in den auf 200°C vorgeheizten Backofen geben und etwa 50 Minuten backen und komplett auskühlen lassen und dann aus der Form nehmen.

Vor dem Servieren eine Rolle Blätterteig ausbreiten und den Braten der Länge nach in die Mitte setzen. In einer Tasse Öl mit der Pflanzenmilch vermischen und den Braten damit bestreichen. Den Blätterteig nun um den Braten legen und etwas festdrücken. Den Blätterteig mit der restlichen Öl-Pflanzenmilch-Mischung bestreichen und im auf 180°C vorgeheizten Backofen 30-45 Minuten backen, je nachdem wie kross der Blätterteig sein soll.
Dann ist es geschafft und der Braten kann in Scheiben geschnitten und serviert werden – guten Appetit! 😊

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