Vegane Back- und Kochwelt

Monat: Februar 2021

Linsen-Hafer-Steaks

Linsen und allgemein Hülsenfrüchte landen bei mir mehrmals in der Woche – in welcher Form auch immer – auf dem Teller. An Weihnachten gab’s ja z.B. einen Braten aus Linsen und heute hab ich diese „Steaks“ ausprobiert. Insbesondere rote Linsen habe ich immer im Vorrat, da sie sehr schnell zubereitet sind und mit vielen Gemüsesorten harmonieren. Eine weitere Hauptzutat hier sind Haferflocken, die definitiv mehr können als „nur“ Frühstück.

Die Steaks könnten auch Bratlinge getauft werden, ich hab sie aber eben in Steakform gebracht, daher der Name. Sollte sich ein Flexitarier oder Fleischesser an dieses Rezept wagen, bitte nicht erwarten, dass es mit einem echten Steak aus Fleisch zu verwechseln wäre😇 Das muss für mich auch gar nicht sein. Hauptsache, es schmeckt – und das ist bei diesen Steaks definitiv der Fall: Sie sind würzig, schön saftig und haben dennoch Biss 🙂 Zudem können sie (auch aus gesundheitlicher Sicht (im Gegensatz zu einem richtigen Steak…)) ohne schlechtes Gewissen genossen werden.

Die Linsen liefern wertvolles Eiweiß: Mit knapp 24 g Protein auf 100 g (getrocknete Linsen) können sie in Hinsicht Proteinzufuhr definitiv sehen lassen! Auch Haferflocken mit ca. 13 g Protein pro 100 g sind eine super Eiweißquelle. Die Liste an wertvollen Inhaltsstoffen hört hier aber lange nicht auf: Zink, Calcium, Magnesium, B-Vitamine und vieles mehr. Kein Wunder, sind die beiden Hauptzutaten doch wahre „Superfoods“ (wobei ich das Wort ja nicht sonderlich mag…).

Die Steaks sind schnell zubereitet und passen super zu Salaten. Sobald die Grillsaison losgeht, probiere ich sie auch mal frisch vom Rost aus. Bis dahin schmecken sie auch aus der Pfanne klasse 🙂

Für den Biss habe ich noch etwas gehackte Sonnenblumenkerne hinzugefügt. Dazu gab es bei mir Kartoffelsalat und Rote-Beete-Salat (auch mit Linsen…).

Die Steaks können auch problemlos glutenfrei zubereitet werden, wenn glutenfreie Haferflocken verwendet werden.

Zutaten (reicht für 6 Steaks):

  • 200 g rote Linsen
  • 400 ml Wasser
  • 180 g Haferflocken
  • 50 g Sonnenblumenkerne
  • 2 EL Stärke
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 TL Paprikapulver, edelsüß
  • 2 TL Paprikapulver, geräuchert (optional: edelsüß)
  • 1,5 TL Salz
  • 1 gehäufter TL Senf
  • 2 TL Tomatenmark
  • 3 EL Hefeflocken
  • 2 EL Olivenöl
  • Pfeffer nach Belieben
  • Öl zum Anbraten

Zubereitung:

Die Linsen mit dem Wasser zum Kochen bringen und etwa 10 Minuten köcheln lassen. Zwischenzeitlich die Haferflocken mit dem Hochleistungsmixer oder Pürierstab zu Mehl verarbeiten. Die Sonnenblumenkerne mit einem großen Messer fein hacken.
Sobald die Linsen gar gekocht sind, diese in eine Schüssel umfüllen, die geschälte Knoblauchzehe hinzugeben und mit einem Pürierstab zu einer glatten Masse pürieren. Die Stärke hinzugeben und unterrühren. Dann Haferflocken, Sonnenblumenkerne, Paprikapulver, Salz, Senf, Tomatenmark, Pfeffer und Olivenöl hinzugeben und mit den Händen sorgfältig zu einer Masse verkneten. Von dieser Masse sechs etwa tennisballgroße Stücke abteilen und jedes Stück zwischen den flachen und angefeuchteten Händen zu Steaks formen. Die Hände sollten sehr nass sein und die Steaks gleichmäßig und flach geformt, andernfalls sind sie später ggf. bröselig. Das haben Linsenbratlinge u.ä. leider an sich. Die Steaks gelingen aber trotzdem gut, wenn sie fast schon „klatschnass“ geformt werden.
In einer beschichteten Pfanne einen großzügigen Schluck Öl erhitzen und die Steaks von jeder Seite 3-5 Minuten anbraten, bis sie schön kross sind. Ggf. nach dem (vorsichtigen) Wenden nochmals Öl in die Pfanne geben.
Und dann nur noch genießen 😊

Marzipan-Schoko-Muffins

Ich liiiiebe Marzipan. Und da ich noch Reste vom Torte backen übrig hatte, habe ich kurzerhand diese Marzipan-Schoko-Muffins gemacht. Marzipan alleine finde ich schon super, durch Schokolade ergänzt wird es aber noch besser 😉 Witzigerweise esse ich selten „pure“ Schokolade, in den allermeisten Fällen landet sie bei mir in oder auf Kuchen/Muffins. Für mich persönlich eben die beste Süßigkeit 🙂

Eine Zeit lang war ich irgendwie kein richtiger Freund von Muffins, mittlerweile hat sich das jedoch geändert. Sie sind quasi immer in unter 20 Minuten gemacht und daher immer praktisch, wenn es schnell gehen muss oder man keine Lust hat, länger in der Küche zu stehen.

Diese Muffins schmecken warm besonders gut, wenn die Schokolade und auch das Marzipan leicht flüssig sind. Natürlich sind sie aber auch kalt wirklich lecker! Zu dem Duo aus Marzipan und Schokolade gesellen sich noch gemahlene Mandeln und sorgen noch für das gewisse Extra. Die Muffins sind schön weich und durch das Marzipan saftig. Sie kommen außerdem ohne großen Schnickschnack und Ersatzprodukte aus. Die gibt es in Zukunft garantiert öfters 🙂

Zutaten (reicht für 12 Muffins):

  • 75 g gemahlene Mandeln
  • 250 g Dinkel- oder Weizenmehl (z.B. Typ 812 oder 405)
  • 70 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 280 ml Pflanzenmilch (z.B. Hafer- oder Sojamilch)
  • 70 g Rapsöl (geschmacksneutral)
  • 100g Marzipan
  • 75 g Schokolade (z.B. vegane Zartbitterschokolade)

Zubereitung:

Die trockenen Zutaten, also gemahlene Mandeln, Mehl, Zucker, Salz und Backpulver in eine Schüssel geben und mit einem Schneebesen vermischen. Die Schokolade etwas feiner hacken und das Marzipan in kleine (nicht zu kleine) Würfel schneiden (das geht gut, wenn das Marzipan kalt aus dem Kühlschrank kommt).
Mittlerweile den Backofen auf 180°C vorheizen. Dann Hafermilch und Öl in einem Messbecher vermischen, zu den trockenen Zutaten hinzugeben und mit einem Löffel zu einem Teig verrühren (bitte nicht allzu lange rühren). Dann die gehackte Schokolade und das gewürfelte Marzipan dazugeben, kurz umrühren und den Teig gleichmäßig in 12 Muffinförmchen geben und 20-25 Minuten (je nach Ofen, bitte Stäbchenprobe machen) backen.
Schon sind die Muffins fertig – reinbeißen und genießen! 🙂

Karotten-Brotaufstrich


Wer sich heutzutage entscheidet, vegan (oder vegetarisch) zu leben, findet eine unfassbare Vielfalt an möglichen Brotbelägen vor: Käse, Salami, Mortadella – alles natürlich vegan und überall erhältlich, egal ob im gut sortierten Biomarkt oder Discounter. Es ist super, dass es heute in jedem Laden vegane Alternativen gibt. Vor einigen Jahren war es undenkbar, so etwas z.B. in Discountern zu finden. Daher: klasse und wünschenswerte Entwicklung!
Ich bleibe jedoch dem „Urgestein“ treu: dem klassischen Brotaufstrich auf Basis von Gemüse (und Nüssen/Samen oder Öl…). Ich kann mit veganem Scheibenkäse, Salami etc. irgendwie nicht wirklich was anfangen. Brotaufstriche hingegen kann ich quasi immer essen…
So z.B. diesen leckeren Aufstrich auf Basis von Karotten und Sonnenblumenkernen. Er schmeckt super zu allen Arten von Brot (z.B. Naan-Brot) und Brötchen, aber auch als Dip zu Gemüse. Zudem kommt er mit wenig Öl aus (ein wenig Öl ist für den Geschmack natürlich drin und damit das Beta-Carotin der Karotte besser aufgenommen werden kann) – nicht so wie viele der Aufstriche, die es zu kaufen gibt. Diese haben oft an zweiter oder gar erster Stelle Öl als Zutat stehen. Das ist zwar nicht sonderlich schlimm (wobei Sonnenblumenöl aufgrund des schlechten Omega-3 zu Omega-6-Fettsäurenverhältnisses gemieden werden sollte), jedoch mag ich es persönlich lieber, wenn die Hauptzutaten aus Gemüse bestehen 😊

Das Rezept reicht für eine recht große Menge (mehr als die kleinen Gläschen, die es im Laden zu kaufen gibt), aber der Aufstrich hält sich einige Tage im Kühlschrank und kann auch problemlos eingefroren werden.

Zutaten

Ergibt etwa 480 g Aufstrich.

  • 250 g Karotten
  • ¼ Zwiebel
  • 150 g Sonnenblumenkerne
  • 40 g Sesam
  • 150 ml Wasser
  • 4 EL Olivenöl
  • 1,5 TL Salz
  • 2 TL Currypulver (leicht gehäuft)
  • ¼ TL Paprikapulver (edelsüß)
  • ½ TL Kurkuma
  • Pfeffer nach Belieben
  • 2 TL Ahornsirup o.ä.

Zubereitung:

Zuerst die Zwiebel würfeln, die Karotten vierteln und in dünne Scheiben schneiden und beiseitestellen. Die Sonnenblumenkerne in einer unbeschichteten Pfanne ohne Fett 3-5 Minuten vorsichtig rösten. Wenn sie leicht gebräunt sind, den Sesam dazugeben und etwa 1-2 Minuten mitrösten. Sonnenblumenkerne und Sesam dann in eine Schüssel geben.
2 EL Olivenöl in die Pfanne geben, geschnittene Zwiebel und Karotten hinzufügen und etwa 3 Minuten anbraten. Dann mit 50 ml Wasser ablöschen und bei geschlossenem Deckel etwa 10 Minuten köcheln lassen. Hierbei immer mal wieder umrühren. Nach dieser Zeit sollte die Karotte weich sein, ggf. die Kochzeit anpassen.
Das Gemüse zu den Sonnenblumenkernen und Sesam geben, 100ml Wasser hinzufügen und mit dem Pürierstab einige Minuten zu einer glatten Creme pürieren.
Nun 2 EL Olivenöl sowie Zitronensaft, Salz, Curry-, Paprika- und Kurkumapulver, Pfeffer und Ahornsirup dazugeben und gut unterrühren. Ggf. mit Zitronensaft und Curry nachwürzen.
Der Aufstrich ist nun schon fertig und kann in ein Glas o.ä. abgefüllt werden. Wenn er vollständig abgekühlt ist, im Kühlschrank lagern.
Guten Appetit! 😊

Luftiger Hefekranz mit Nussfüllung

Wie von Oma

Hefekranz (oder -zopf) gehört zu einem meiner liebsten Süßgebäcke. Am liebsten natürlich, wenn der Teig saftig und luftig ist und das Ganze noch mit einer Füllung abgerundet wird.
Dieses Rezept ist die veganisierte Form des Hefekranzes meiner Oma, die den allerallerbesten Hefekranz gemacht hat (ich weiß, Omas machen immer den besten Kuchen, Salat, Knödel usw…, aber glaubt mir, er war der beste!).
Daher vielen lieben Dank an meine Oma ♥

Wie so oft auch bei Omas üblich, machte sie den Hefekranz immer ohne Waage etc. und nach Gefühl. Daher konnte sie mir auch kein Rezept geben, als ich danach gefragt habe. Ich durfte ihr aber damals zuschauen und habe grob versucht, die Zutaten abzuschätzen.
Nach ein paar Versuchen konnte ich dann eine vegane Variante zaubern, die dem „Original“ schon zum Verwechseln ähnlich war 😊

Durch das Schlagen des Hefeteigs wird dieser besonders luftig, man merkt aber bereits beim bloßen Zusammenkneten der verschiedenen Zutaten, wie geschmeidig und weich der Teig ist. Nach dem Backen behält er diese Eigenschaften bei, dazu ist der Teig überhaupt nicht trocken, sondern lecker saftig.

Probiert es unbedingt aus, dieser Hefekranz erntet auf Geburtstagen etc. immer großes Lob 😊
Wie immer beim Hefeteig muss etwas Zeit eingeplant werden, aber das Resultat ist es absolut wert. Vorsicht: Suchtgefahr 😉


Zutaten (für eine Frankfurter Kranz Backform)

Für den Teig

  • 750g Dinkel- oder Weizenmehl, Typ 405
  • 1 Würfel frische Hefe + 1 TL Zucker
  • 300 ml Hafermilch (Sojamilch o.ä. geht auch)
  • 120 g Zucker
  • 100g Margarine (z.B. Alsan bio)
  • 3 EL Sojajoghurt, natur
  • 1 Prise Salz
  • ( Öl oder Margarine und Mehl für die Form)

Für die Füllung

  • 250g gemahlene Haselnüsse (Mandel o.ä. gehen natürlich auch)
  • 1 EL Kakaopulver, gehäuft
  • 1 TL Zimt, gehäuft
  • 230g Sojajoghurt, natur (Pflanzenmilch geht auch)
  • 80 g Zucker

Als Dekoration:

  • 50 g Puderzucker, Wasser und Mandelsplitter als Dekoration

Zubereitung:

Etwa die Hälfte der Hafermilch in einem Topf erwärmen, bis sie warm (nicht heiß!) ist. Den Hefewürfel in einer Müslischale zerbröseln und einen Teelöffel Zucker hinzugeben. Mit der warmen Hafermilch begießen, bis die Hefe bedeckt ist, kurz schwenken, mit einem Tuch abdecken und 15-20 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen. In der Zwischenzeit die Margarine in einem Topf vorsichtig zum Schmelzen bringen, danach die restliche Hafermilch hinzugeben.

Nun Mehl, Zucker und Salz in eine Schüssel geben und vermischen. Dann das warme Hafermilch-Margarine-Gemisch, den Zucker, das Sojajoghurt und eine Prise Salz in die Schüssel geben und alles ordentlich miteinander verkneten, bis ein fluffiger Teig entsteht.  Ggf. noch Flüssigkeit oder Mehl hinzugeben, falls der Teig zu trocken/zu nass ist. Den Teig auch immer wieder schlagen, d.h. mit einer Hand einen Teil vom Teig festhalten, mit der anderen Hand den anderen Teil des Teiges von oben schnell und kraftvoll auf das „festgehaltene“ Stück Teig schlagen. Der Teig sollte ca. 5 Minuten geknetet und geschlagen werden.

Den Teig zudecken und an einem warmen Ort eine Stunde gehen lassen.

Zwischenzeitlich kann die Füllung vorbereitet werden: In einer Schüssel die gemahlenen Nüsse mit Sojajoghurt, Zucker, dem Kakaopulver und Zimt vermischen. Die Füllung sollte gut streichfähig, aber nicht allzu flüssig sein. Ggf. jedoch noch mehr Sojajoghurt/Hafermilch hinzufügen. Die Füllung kann auch nur mit Pflanzenmilch (anstatt Joghurt) zubereitet werden, hierzu einfach nach und nach Milch dazugeben, bis eine streichfähige Masse entsteht.

Nachdem der Teig aufgegangen ist, diesen in vier gleichgroße Kugeln aufteilen. Anschließend jede Kugel mit dem Nudelholz zu einem Rechteck ausrollen (ca. 40 x 33 cm, ich messe das natürlich sonst nicht ab, sondern mache es nach Gefühl), mit jeweils ¼ der Füllung bestreichen und von der langen Seite her aufrollen. Die Enden ggf. mit leicht befeuchteten Fingern verschließen. Man hat nun vier etwa gleichlange und gleichdicke Teigstränge

Eine Frankfurter-Kranz-Backform einfetten und mit etwas Mehl bestreuen.

Anschließend jeweils zwei Teigstränge miteinander verflechten, aus zwei Teigsträngen also einen machen.

Nun hat man zwei separate, geflochtene Stränge. Jeweils eine davon in eine Hälfte der Backform legen und ggf. etwas in der Form zurecht drücken.

Bei 180°C Ober- und Unterhitze ca. 45 Minuten backen, der Backofen braucht nicht vorgeheizt zu werden. 
Die Stäbchenprobe nicht vergessen. Nach dem Backen mit Puderzucker und Wasser einen zähflüssigen Zuckerguss herstellen. Den Kuchen damit bestreichen und mit Mandelblättchen dekorieren.
Bon appétit! 😊

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