Vegane Back- und Kochwelt

Monat: Dezember 2020

Herzhafte Haferbällchen

Das Jahr 2020 neigt sich dem Ende zu und damit rückt Silvester näher. Wie Weihnachten fällt auch Silvester dieses Jahr deutlich kleiner aus und nach 20 Uhr darf man sich nicht mehr auf die Straße begeben…zumindest hier in Baden-Württemberg.
Auf das Silvesterfeuerwerk kann ich sehr gut verzichten, auf kulinarische Leckerbissen jedoch nicht 😉 Daher möchte ich euch heute wunderbar herzhafte Haferbällchen vorstellen. Sie kommen mit wenigen Zutaten aus, sind schnell gemacht und glutenfrei möglich, sofern entsprechender Hafer benutzt wird. Zudem auch noch gesund, denn Hafer ist ein wahres „Superfood“: Neben vielen Ballaststoffen, Eisen, Magnesium und Zink enthalten sie wertvolle B-Vitamine und noch vieles mehr. Es lohnt sich also, regelmäßig Hafer in den Speiseplan einzubauen. Hierbei ist Hafer nicht nur im Müsli als Frühstück geeignet, sondern kann zum Backen und Kochen verwendet werden – wie im Falle der herzhaften Haferbällchen. Sie eignen sich gut für Feste (z.B Silvester…) da sie auch kalt sehr gut schmecken und damit als Fingerfood serviert werden können.

Die Haferbällchen sind aber nicht nur an Silvester lecker, sondern auch als Beilage zum Mittagessen, kalt zum Abendbrot, beim Picknick und und und… 😊
Die Pilze, die zum deftigen Geschmack beitragen, sind hier nicht deutlich herauszuschmecken, sodass sich auch Pilzskeptiker an das Rezept wagen können.

Zutaten für ca. 25 Stück:

  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 1 kleine Zwiebel
  • 6 große Champignons
  • 350 g Haferflocken, Kleinblatt (ggf. glutenfrei)
  • 400 ml Gemüsebrühe
  • 3 TL Senf, gehäuft
  • 3 TL Paprikapulver, edelsüß
  • 2 TL Salz
  • 1 TL Tomatenmark
  • Zwei Handvoll Petersilie, gehackt
  • Pfeffer
  • Raps- oder Olivenöl zum Anbraten

Zubereitung:

Als erstes die Zwiebel, den Knoblauch und die Champignons in feine Würfel schneiden und mit etwas Olivenöl in einem mittelgroßen Topf 5-7 Minuten dünsten und immer wieder umrühren. In der Zwischenzeit die Haferflocken, Gemüsebrühe und alle Gewürze, d.h. Tomatenmark, Senf, Paprikapulver, Salz, Petersilie und Pfeffer bereitstellen.

Nun die Haferflocken, die Gemüsebrühe und die restlichen Gewürze ebenfalls in den Topf geben, mit einem großen Holzlöffel umrühren und kurz aufkochen lassen. Hierbei stetig umrühren, sodass nichts anbrennt. Nun abschmecken und ggf. nachwürzen. Die Masse hierbei eher leicht überwürzen, da sie beim Anbraten etwas an Geschmack verliert.

Den Topf von der Herdplatte nehmen und ausreichend abkühlen lassen. Sobald die Masse angefasst werden kann, mit feuchten Händen stückweise etwas davon abnehmen und zu etwa tischtennisballgroßen Kugeln formen.

Die Haferbällchen in einer beschichteten Pfanne in reichlich Öl kross anbraten, das dauert etwa 10-12 Minuten (je nach Herd auch länger oder kürzer). Hierbei immer wieder die Pfanne schwenken.
Auf einen mit Küchenpapier ausgelegten Teller legen und genießen – schmeckt warm und kalt gut 😊

Linsen-Gemüse-Braten

Weihnachten ist ein Fest der Tradition und in vielen Familien gibt es alljährlich ein klassisches Festtagsmenü. Traditionen können aber gebrochen werden, wieso also nicht mal etwas anderes ausprobieren? 😊 Wie wäre es z.B. mit einem leckeren Linsenbraten anstatt der Weihnachtsgans? Dieser vegane Weihnachtsbraten kann sich wirklich sehen und auch schmecken lassen: Er hat den Geschmackstest durch die (überwiegend nicht vegetarisch oder vegan lebende) Familie bestanden. Die Champignons, aber auch Tomatenmark und Hefeflocken verleihen einen wunderbar kräftigen Umami-Geschmack. Zudem ist der Braten eine wahre Protein-Bombe und enthält durch die Walnüsse und Leinsamen auch Omega-3-Fettsäuren. Hier kann also mit gutem Gewissen geschlemmt werden.

Hierzu passt herrlich eine Pilzsoße, wir hatten außerdem noch Bohnen, Kartoffelbrei und Feldsalat dazu.
Der Braten an sich kommt ohne Gluten aus und kann, sofern entsprechender Blätterteig benutzt wird, auch glutenfrei zubereitet werden.

Der Braten ist für eine Kastenform mit ca. den Maßen 11 x 22 cm ausgelegt. Falls ihr nur längere Kastenformen zur Hand habt, könnt ihr als Begrenzung in eine Ecke der Form eine kleine Tasse o.ä. stellen. So wird der Braten dann nicht zu lang für die Blätterteigrolle.

Zutaten:

  • 300 g Champagnerlinsen (optional: Berglinsen)
  • 30 g Leinsamen, geschrotet
  • 1 große Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 250 g Champignons
  • Großzügiger Schuss Balsamicoessig
  • 100 g Karotten
  • 60 g Walnusskerne, gehackt
  • 40 g Sonnenblumenkerne, gehackt
  • 100 g Haferflocken
  • 50 g Kichererbsenmehl
  • 30 ml Raps- oder Olivenöl
  • 2 gehäufte TL Senf
  • ¼ Tube Tomatenmark
  • 5 EL Sojasoße
  • 3 TL geräuchertes Paprikapulver
  • 3 TL Paprikapulver, edelsüß
  • 4 EL Hefeflocken
  • 2 EL Brühpulver
  • 2 TL Kräuter der Provence
  • Pfeffer nach Geschmack
  • 1 Rolle Blätterteig, ggf. glutenfrei
  • 1 EL Pflanzenmilch
  • 1 EL Raps- oder Olivenöl

Zubereitung:

Zuerst die Linsen in ca. 800 ml ungesalzenem Wasser gar kochen, das dauert etwa 40 Minuten (ggf. Kochzeit anpassen). In der Zwischenzeit die geschroteten Leinsamen in einer kleinen Tasse mit 6 EL Wasser verrühren und quellen lassen. Nun die Zwiebel und Knoblauchzehen klein hacken, die Champignons würfeln und alles zusammen in einer Pfanne mit etwas Olivenöl 5-7 Minuten anbraten. Dann mit dem Balsamicoessig ablöschen und nochmal ca. 1 Minute weiterbraten und anschließend in eine große Schüssel geben. Die gehackten Sonnenblumen- und Walnusskerne in eine unbeschichtete Pfanne geben und unter Rühren anrösten. Hierbei bitte aufpassen, dass nichts anbrennt, sonst wird das Ganze bitter. Die gerösteten Kerne zur Schüssel mit den Champigons, Zwiebeln und Knoblauch dazugeben.
Die Haferflocken mit dem Mixer oder Pürierstab vermahlen, die Karotten fein raspeln und ebenfalls in die Schüssel geben. Nun kommen die restlichen Zutaten und Gewürze hinzu: Kichererbsenmehl, Öl, Senf, Tomatenmark, Sojasoße, Paprikapulver (geräuchert und edelsüß), Hefeflocken, Brühpulver, Kräuter der Provence und nach Belieben Pfeffer ebenfalls in die Schüssel geben.

Die gar gekochten Linsen mit dem Pürierstab nicht ganz glatt pürieren, d.h. kleine Stückchen  sind erlaubt und erwünscht 😉 Die Linsen nach Abkühlen zu all den anderen Zutaten in die Schüssel geben und ordentlich durchrühren oder, das geht einfacher, mit den Händen durchkneten. Hierbei probieren und ggf. mit Salz und Pfeffer nachwürzen.

Die Masse nun in eine mit Backpapier ausgelegte Kastenform geben und mit einem nassen Löffel glattstreichen. Den Braten in den auf 200°C vorgeheizten Backofen geben und etwa 50 Minuten backen und komplett auskühlen lassen und dann aus der Form nehmen.

Vor dem Servieren eine Rolle Blätterteig ausbreiten und den Braten der Länge nach in die Mitte setzen. In einer Tasse Öl mit der Pflanzenmilch vermischen und den Braten damit bestreichen. Den Blätterteig nun um den Braten legen und etwas festdrücken. Den Blätterteig mit der restlichen Öl-Pflanzenmilch-Mischung bestreichen und im auf 180°C vorgeheizten Backofen 30-45 Minuten backen, je nachdem wie kross der Blätterteig sein soll.
Dann ist es geschafft und der Braten kann in Scheiben geschnitten und serviert werden – guten Appetit! 😊

Vegane Vanillekipferl

Keine Weihnachten ohne Vanillekipferl, oder? 😉 Sie gehören für mich zu einer der besten Weihnachtsplätzchen, die ich eigentlich jedes Jahr backe. Vegane Vanillekipferl sind in der Zubereitung außerdem gar nicht schwer, lediglich das Formen der Kipferl erfordert etwas Geduld. Einen Unterschied zu den „normalen“, nicht veganen Kipferl werdet ihr garantiert nicht merken. In vielen Rezepten wird die namensgebende Vanille tatsächlich gar nicht verwendet, sondern es kommt Vanillezucker (mit Aroma) zum Einsatz. Ich habe hier echte Vanille benutzt und die Schote habe ich danach gleich zusammen mit Rohrzucker in ein Schraubglas getan, um so selbstgemachten Vanillezucker zu erhalten.
Die Vanille habe ich von der tollen https://vanillekiste.de/ bezogen. Betrieben wird sie durch langjährige Familienfreunde von mir. Schaut gerne auf der Seite vorbei. Falls ihr auch Lust auf Vanille habt und mich unterstützen möchtet, dann könnt ihr gerne über diesen Link bestellen: http://vanillekiste.de/raphiniert_vegan


Mit ihrer weich-mürben Konsistenz und dem unvergleichlichen Vanille-Geschmack können sie bei der ganzen Familie punkten. Die Kipferl schmecken am ersten Tag schon super, jedoch werden sie ab dem zweiten Tag noch weicher – wenn die Geduld so lange hält 🙂
Das Rezept hat bei mir für zwei Bleche gereicht.

Zutaten:

  • 2 EL Stärke
  • 5 EL heißes (nicht kochendes) Wasser
  • 300 g Mehl
  • 85 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 220 g vegane Margarine (z.B. Alsan bio)
  • 100 g gemahlene Haselnüsse
  • 1 Vanilleschote (das Mark davon)
  • 50 g Puderzucker
  • 50 g mit Vanille aromatisierter Zucker
    (Alternativ: 50 g Puderzucker, 30g Rohrzucker, 2 Päckchen Vanillezucker)

Zubereitung:

Zuerst die 2 EL Stärke mit 5 EL heißem Wasser in einer kleinen Tasse miteinander verrühren, bis die Stärke aufgelöst ist.

Das Mehl, Zucker, Salz, gemahlene Haselnüsse und Vanillemark in eine Schüssel geben und mit einem Löffel oder Schneebesen durchmischen.
Die Margarine in möglichst kleine Würfel schneiden und zusammen mit dem Stärke-Wasser-Gemisch den restlichen Zutaten hinzugeben.
Nun mit den Händen alles möglichst rasch zu einem glatten Teig verkneten.
Diesen in 4 gleichgroße Kugeln teilen, 3 davon in den Kühlschrank geben und die 4. mit beiden Händen etwa daumendick ausrollen.
Von der Rolle ca. 3 cm lange Stücke abtrennen. Jedes dieser einzelnen Stücke nochmal mit der Hand, zu den Enden hin etwas dünner, ausrollen. Dann zu Kipferln formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen.
Den restlichen Teig nach und nach aus dem Kühlschrank holen und ebenfalls wie oben beschrieben verarbeiten. Bei mir hat das für knapp zwei Bleche gereicht.

Das erste Blech in den auf 180°C vorgeheizten Backofen geben und etwa 15 Minuten backen. Die Kipferl sollten nur ganz leicht Farbe annehmen.
Während das erste Blech im Ofen ist, in einer kleinen Schüssel Puderzucker und Vanillezucker* mischen. Wenn die Kipferl fertig sind, etwa 1 Minute auskühlen lassen und dann jedes Kipferl einzeln mit zwei Gabeln vom Blech nehmen, in der Zuckermischung wälzen und in eine Blechdose o.ä. geben.
Wenn das geschafft ist, könnt Ihr die Kipferl genießen 😊

*Ich habe hierfür „selbstgemachten“ Vanillezucker genommen: D.h. ausgekratze Vanilleschoten klein geschnitten und zusammen mit Rohrzucker in ein Schraubglas getan, sodass der Zucker das Aroma der Vanilleschoten aufnehmen kann.

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